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Die Freiwillige Feuerwehr ist seit 1930 fester Bestandteil unserer Dorfgemeinschaft. Sie sorgt durch ausschließlich ehrenamtlichen Einsatz seit über 80 Jahren für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger und rückt längst nicht mehr nur zu Bränden aus, sondern hilft auch bei Verkehrsunfällen, Sturmschäden und Hochwasser. Darüber unterstützt sie die anderen Dorfvereine bei vielen Ereignissen wie Kirmes, Sankt Martin und dem Weihnachtsmarkt.

Dass es eine Holtorfer Feuerwehr gibt, ist den Allermeisten in Holtorf daher bekannt. Wo sie sich befindet, war in der Vergangenheit allerdings vielen nicht ganz so bewusst. Besonders neu Hinzugezogene und auswärtige Besucher fanden oftmals erst nach längerer Suche das Gerätehaus oder die Unterkunft. Das führte besonders bei Sitzungen oder Übungen mit Beteiligung externer Löscheinheiten zu unnötigen Verzögerungen.

In der Vergangenheit gab es daher schon mehrere Anläufe, die Fahrzeughalle mit einem Schriftzug zu dekorieren, wie es bei vielen anderen Löscheinheiten ebenfalls üblich ist. In der Detailplanung stieß man allerdings auf das eine oder andere Problem, mit der das Projekt dann zunächst wieder in der Schublade verschwand.

Ende des vergangenen Jahres erhielt die Feuerwehr von dem gelernten Grafiker Roland Scholz das Angebot, einen Schriftzug zu entwerfen und mit Farbe auf den Sturz der Fahrzeughalle aufzutragen. Auf der Jahreshauptversammlung wählte die Löscheinheit dann aus mehreren Entwürfen mit großer Mehrheit einen Schriftzug aus, der durchgängig eine Fraktur-Schriftart verwendet. Diese Schrift gibt es bereits seit dem 16. Jahrhundert und war bis weit in die Nachkriegszeit hinein im Zeitungs- und Buchdruck verbreitet. Die Wahl symbolisiert die Verbundenheit mit den Traditionen unserer Löscheinheit und unseres Dorfes. Gleichzeitig bildet sie einen Kontrast zu der eher funktionalen Architektur der Fahrzeughalle und schafft den Brückenschlag zum historischen ehemaligen Schulgebäude, das heute unsere Unterkunft beheimatet.

Bei den ersten Vorbereitungen zum Auftrag des Schriftzugs wurde aber bald klar, dass der Untergrund aufgrund seiner Beschaffenheit für einen Anstrich nicht sonderlich geeignet ist. Die stark strukturierte Oberfläche hätte Verzerrungen im Schriftzug bewirkt, außerdem besteht die Gefahr, dass durch Frostschäden kleinere Teile abplatzen könnten. Mit dieser ernüchternden Bilanz drohte das Projekt daher trotz des fortgeschrittenen Stadiums erneut zu scheitern. Zu unserem großen Glück hatte Roland Scholz noch Verbindung zu einem ehemaligen Arbeitskollegen, der jetzt einen eine Schilderfabrik in der Eifel leitet. Nach kurzer Verhandlung konnte der Entwurf in Auftrag gegeben werden und nach nur zehn Tagen war das fertige Schild bei uns. Es konnte noch rechtzeitig zum 60-jährigen Jubiläum am letzten Märzwochenende angebracht werden und weist seitdem weithin sichtbar allen Besuchern Holtorfs den Weg zu unserer Feuerwehr.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Roland Scholz und Dagmar Runo für den Entwurf und die Planung. Sie haben außerdem auch die gesamte Beauftragung und den Transport des Schildes für uns übernommen, so dass uns lediglich die Montage blieb. Die Produktionskosten des Schildes wurden aus Spenden und durch Mitgliedsbeiträge des Vereins der Freunde und Förderer finanziert.

Jürgen Link